Warum streikt ein Arbeiter?

Im Jahr 1911 kam es in England zum großen Streik der Transportarbeiter, der das öffentliche Leben stark behinderte. Mit englischer Gelassenheit stellte eine große Wochenzeitschrift trotzdem die Frage “Warum streikt ein Arbeiter?” und setzte 10 Pfund Sterling für die beste Antwort aus.

Die Antwort lautete: “Als Arbeiter befinde ich mich im Besitz einer einzigen marktfähigen Ware und das ist meine Arbeitskraft. Ich beanspruche das Recht, diese Ware zu ihrem Marktwert zu veräußern und suche, wie es ja mein Arbeitgeber auch mit seinen Waren hält, den möglichst hohen Preis herauszuschlagen. Ferner trete ich, wiederum in Übereinstimmung mit den Methoden meines Arbeitgebers, einer Vereinigung bei, die den Preis, zu dem meine Arbeitskraft verkauft werden kann, festsetzt. Wir, die Mitglieder dieser Vereinigung, verpflichten uns, unsere Arbeitskraft unter diesem Preis nicht zu verkaufen. Das Recht, diese Methode anzuwenden, bestreitet mir mein Arbeitgeber, während er sie unbehindert befolgt und anwendet. Wenn ich seine Ware nicht mit dem von ihm festgesetzten Betrag bezahlen will, erhalte ich sie nicht, und wenn er mir den festgesetzten Preis für meine Ware nicht bezahlen will, erhält er diese auch nicht.

“Ich streike!”

Herzlichen Dank an Dieter Krogmann, der mich in seinem Newsletter auf diesen Text aufmerksam machte.

http://www.denkfabrik-info.de/

Herrlich, dieser Text, zitiert im Artikel der WZ vom 26. Oktober 2010, von Peter unter “Presseberichte – DGB Veranstaltungen” in die Runde geschickt, hat seine unveränderte Gültigkeit, gerade jetzt und in der Zukunft und das für alle Arbeitnehmer auf diesem Planeten, unbeachtet ihrer Nationalität, ihres Glaubens, ihrer politischen Ausrichtung und ihrer Hautfarbe!

Da fällt mir sofort ein: “Warum läßt sich eine übergroße Mehrheit von einer kleinen Minderheit tyrannisieren?”

Viele Grüße
Dieter Krogmann

Did you like this? Share it:

2 Gedanken zu „Warum streikt ein Arbeiter?

  1. Siegfr. Eder

    So geht es im politischen Konkurrenz-System des Königreichs GB – einmal diktieren die einen – dann wieder die anderen. Ein Zick-Zack-Kurs, bekannt seit Jahrzehnten.

    So ist das Volk in Gesinnungslager gespalten. – Warum fällt Ihrer Majestät nie ein, auch mal was anderes vorzuschlagen ? – Nein, das kommt ihr nicht in den Sinn, ist auch gegen ihre Interessen. Wenn das Volk gespalten ist, läßt es sich leichter regieren, und besser leben, wenn man von Beruf Königin ist.

    Das muß schon uns selber einfallen. – Auf einem Haus im schönen Städtchen STEIN – nicht an der Donau, oder an der Enns, nein, am Rhein, ist folgendes, altes Bild, den Bürger-innen zur Mahnung :

    Vor einem König, auf seinem Throne thronend, stehen 2 seiner Prinzen. Der eine versucht, 1 Stab übers Knie zu brechen, und “schaug-onn”, es gelingt ihm. – Der andere versucht, ein Bündel von Stäben übers Knie zu brechen, es gelingt ihm nicht.

    Mit dem Bündel von Stäben ist nicht die Vereinigung der Arbeiterschaft gemeint, sondern der Zusammenhalt des gesamten Volkes gegenüber den Macht-Habenden, gleichgültig, ob Königin, Präsident, 1. Minister oder Kanzlerin.

    Wahlen alle paar Jahre einmal, für die eine oder andere Partei, das genügt nicht, um die Macht dieser Leute zu verringern. Wir müssen auch Abstimmungen über Sachfragen erzwingen. Die Bürgerschaft hat mehr Hausverstand, als Regierende + Experten zusammen. Aktuelles Beispiel ist “Stuttgart 21″.

    Noch etwas: Das Stimmvolk muß auch das Recht bekommen, Gesetze, die vom National- und Bundesrat bereits verabschiedet sind, wieder infrage zu stellen ! - Wenn dieses Damokles-Schwert über Volksvertretern + Regierungsvertretern schwebt, dann werden sie weitaus vorsichtiger und seriöser agieren.

    In der direkten Demokratie sind die Parteien nicht politische Gegner, sondern MITBEWERBER VOR DEM SOUVERÄN !

    PS : Direkte Demokratie beinhaltet natürlich auch die parlamentarische Seite, mit Volks- und Ländervertretung.

    Bewerten: Daumen hoch 10 Daumen runter 0

  2. sassenach

    Das wunderbare an unserer “Zeit” ist der Umstand der Zeitlosigkeit, die wie im o.a. Beispiel seines gleichen sucht – und auch finden wird. Die Zeitlosigkeit, mit der die immer wieder kehrenden Probleme eines jeden Volkes über die Jahrtausende bis heute bestehen ist ein Unrecht, das in immer neuen Verkleidungen an die Völker verkauft wurde/wird – und wofür sie anschließend immer bitter zu bezahlen hatten/haben.

    Die Arbeitskraft eines jeden Mannes und einer jeden Frau sollte sein alleiniges Eigentum sein – so es hier nicht um Gewinnerzielung geht, sondern darum sein Leben zu bestreiten und zu erhalten. Die Arbeitskraft eines Menschen kann sich ausschließlich über max. 24 täglich erstrecken (so er niemals essen, trinken, schlafen, austreten usw. würde, was wir irrwitziger Weise jetzt einfach mal annehmen) – er könnte also niemals mehr verdienen, als er erarbeiten könnte. Unternehmen, die mit der Arbeitskraft vieler Menschen, die sie weit unter dem tatsächlichen Preis entlohnen, Unsummen verdienen, sollten für deren Gewinne besteuert und zur Kasse gebeten werden. Und nicht der Arbeiter, der im Schweiße seines Angesichts und seiner Körperkraft/Geisteskraft die tatsächlichen Arbeiten erledigt, Werte schöpft.

    Das “Bündel Stäbe” wird sich erst dann erreichen lassen, wenn die Arbeiterschaft geschlossen für ihre Bedürfnisse eintritt, wenn sie für ihren geleisteten Lohn kämpfen und dabei niemals vergessen, dass ein jeder, der zum jetzigen Zeitpunkt noch einen winzigen Vorteil gegenüber anderen hat, diesen im Handumdrehen verlieren kann.

    Da fällt mir sofort ein: “Warum läßt sich eine übergroße Mehrheit von einer kleinen Minderheit tyrannisieren?”

    Dieter Krogmann, wir sind der Erhalter der Ausbeutung, weil uns die übergroße Mehrheit stets in 1000 Lager teilt, während die kleine Minderheit eine geschlossene Einheit der Ausbeutung und Unterdrückung bildet. Bei der Minderheit wird ein kleiner Vorteil für egal wen, irgendwann vielleicht zum Vorteil Aller (deshalb auch die Einheit), bei der Mehrheit herrscht der Gedanke vor, dass ein Nachteil, der noch nicht zu tragen ist nicht bekämpft wird, und die kleinen eigenen Vorteile unbedingt erhalten bleiben müssen, auch wenn sie zum Nachteil der anderen in der Mehrheit beitragen und bestehen.

    Meinen Respekt vor der Zuschrift und der Erkenntnis aus dem Jahre 1911 …. warum lernen wir nicht endlich aus dem bereits bestehendem Wissen unserer Vorfahren …. wenngleich wir jeden Unsinn, ein jedes menschliche Verbrechen weiterhin bestehen lassen?

    Bewerten: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

Hinterlasse eine Antwort